Das Tüpfelchen

„Na, das ist ja jetzt das Tüpfelchen auf dem i“ sagt mein Papa.

Und ich frage mich, ob das Phrasenschein noch Platz in seinem Münzenbauch hat.

Aber ja, es ist das Tüpfelchen. 

Ich war auf dem Rückweg von der Nachsorge und ziemlich am Boden. Das bin ich immer noch, denn die schlechten Nachrichten hören nicht wirklich auf. 

Das ganze Jahr über gab es zu den vielen wunderbaren Momenten sehr viele dunkle Wolken. Dazu werde ich gesondert noch mal ein paar Worte schreiben. Nach der schlimmen Geburt von E. (über die ich immer noch nicht schreiben kann) kamen wir nach Hause und hatten einen Wasserschaden im Bad. Die Hausverwaltung und die Handwerker benötigten 4 Wochen um festzustellen, dass das Abwasserrohr nicht richtig befestigt war und jetzt in die Zwischendecke suppte. Durch die Fugen und die Deckenleuchten tropfte es 4 lange Wochen, der Keller war auch komplett nass, bis endlich der Fehler gefunden wurde. Seit letzter Woche ist endlich alles repariert und das große Loch auch endlich wieder zugefliest. Nach 7 Wochen. Ein bisschen Glück hatten wir dann doch: Trockengeräte braucht es nicht (Wo der Schimmel im Schlafzimmer herkommt? Man munkelt…).

Während der Sache mit dem Wasserschaden, bekam ich einen Milchstau mit Brustentzündung und war für ein paar Tage außer Gefecht gesetzt. Auf die Brustentzündung folgte die Sache mit der Spülmaschine, die kurzerhand den Dienst quittierte und vom Mann aber schnell wieder überredet werden konnte, dass sie weiterhin ihren Dienst tut. Nach der Spülmaschine streikte das Auto. Das verreckte uns gleich viermal hintereinander, Kommunikationsfehler bei der Elektronik und dem Steuergerät oder so. Einmal bei angekündigtem Schneesturm im Sauerland, da war ich allein mit der Kleinen und dem 4Wochen alten E. auf dem Rückweg nach Köln, mitten auf der Landstraße. Zuletzt passierte der gleiche Fehler auf der Fahrt vom Süden ins Sauerland zum Geburtstag von meinem Papa und warf die komplette Tagesplanung über den Haufen und provozierte einen Familienstreit.

Zu guter Letzt folgte der heutige Tag und das haut mich tatsächlich am meisten um.

Bei der Untersuchung der Kaiserschnittnarbe und dem Ultraschall stutzte die Ärztin. Nein, es liegt keine erneute Schwangerschaft vor. An der Gebärmutter ist irgendetwas auffällig. Was genau es ist, kann die Ärztin nicht sagen. Mit Glück ist es nur ein Überbleibsel von der Arterienverletzung bei der OP, also ein faustgroßer Bluterguss, der auch nach 8 Wochen noch nicht verschwunden ist. Im Mutterpass eingetragen hat sie jedoch „Myom“. Und wahrscheinlich ist das alles gutartig und ich habe mir umsonst zu viele Gedanken gemacht. Aber faustgroß macht mich dann doch etwas nervös. Und die Ärztin scheinbar auch. Sie schaute sich Vergleichsbilder aus der Zeit vor und während der Schwangerschaft an und die waren wohl alle unauffällig.

Im OP-Bericht steht nichts zu den Komplikationen (was ich persönlich unfassbar finde). Selbst wenn das „Etwas“ ein Bleibsel von der Arterie ist, dann sollte das doch nach 8 Wochen nicht mehr so riesig sein, oder? 
Und nun? 

Ja, das fragte ich die Ärztin auch. Sie weiß es nicht und will mich in 4 Wochen erneut sehen. Vorerst sprach sie ein Sex-Verbot aus und lachte mich für meinen Wunsch wieder Handball zu spielen aus. 3-6 Monate Pause mindestens. Bis es Klarheit gibt.
Ich kann jetzt also eure Daumen und guten Gedanken brauchen. Der neue Arzttermin ist 3 Tage bevor ich wegen der PTBS und Retraumatisierung endlich Hilfe bekomme. Eine OP oder ähnliches würde ich mit den Kleinen wirklich gern vermeiden, gerade weil der Kaiserschnitt so dramatisch war und allein der Gedanke daran schlimme Bilder und Gefühle hervorruft.
Also bitte, bitte, bitte. Langsam reicht es mit den schlechten Nachrichten.

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