Geburtsbericht von O.

Alles beginnt mit dem auffälligen Schwangerschaftsdiabetes-Test bei meiner Frauenärztin. Der Diabetologe ordnet eine strikte Diät an, mein Diabetes ist also diätisch eingestellt und so lange ich mich daran halte, gibt es keinen Grund zur Sorge. Eine Übertragung soll vermieden werden und macht sich O nicht von alleine zum Termin auf den Weg, dann wird ihr mit einer Einleitung auf die Sprünge geholfen. Die Ärzte zeichnen ein dramatisches Bild von zu großem Kind bei Übertragung. O. könnte einen zu großen Bauchumfang haben, möglicherweise größer als der Kopfumfang und die Gefahr für mich und die Kleine wäre zu groß.
Während der Schwangerschaft werde ich zunehmend unzufrieden mit der Betreuung durch meine Frauenärztin. Gewinnbringende Untersuchungen mit Verkaufsgesprächen, extra Zahlungen für Ultraschall-Bild (50€ für ein Bild) obwohl ich eigentlich mit Risikoschwangerschaft (Diabetes) bei jedem Arztbesuch geschallt werden soll und die Krankenkasse alle Kosten übernimmt. Als ich zur Urlaubsvertretung zu einer anderen Arztpraxis geschickt werde, habe ich die Gelegenheit genutzt und den Arzt gewechselt. Kurz vor dem errechneten Geburtstermin maß die neue Ärztin alarmierend große Werte von O. Ich war total überrascht, bisher war alles okay gewesen und plötzlich sollte O. zu groß und damit ein Risiko für uns beide sein. Ich rief meine Mama und V. als Papa von O. an und fragte beide um Rat. Wir entschieden uns, die Werte von der Geburtsklinik überprüfen zu lassen und dann gemeinsam mit den dortigen Ärzten zu entscheiden wie es weiter gehen könnte. 

Das war am 19.7.2016

In der Klinik wurde nachgemessen und O auf ein Gewicht zwischen 4000 und 4500g geschätzt. +/- 500g. 
Ich war total verunsichert und traute mir eine spontane Geburt nicht mehr zu. Ein Kaiserschnitt schien mir so viel einfacher, planbarer und risikoärmer. 

„Bitte holt O mit dem Kaiserschnitt auf die Welt!“

„Dann sehen wir uns morgen um 8 Uhr auf Station.“

20.07.2016

Um 9:02 Uhr war sie da. Wunderschön und so perfekt. Sie wurde mir kurz gezeigt und dann für die Untersuchungen zum Kinderarzt nach nebenan gebracht. V. durfte mitgehen und so schluchzte ich alleine glücklich vor mich hin. Das Nähen dauerte noch eine Weile und dann wurde ich zurück in den Kreißsaal gebracht. Mittlerweile ging es mir ziemlich elendig, mir wurde mehrfach übel und ich musste mich übergeben. Erst nach 3h wurde es besser und ich konnte die Kleine bewundern. O. sollte direkt an meine Brust angelegt werden, damit sie nicht unterzuckert. Das klappte leider nicht und so wurde ihr bereits im Kreißsaal Fertigmilch gegeben. Viele Mamis möchten ja nicht, dass ihre Kinder zugefüttert werden aber hier war es notwendig, damit es O. weiterhin gut geht. Es war auch tatsächlich das einzige Mal, denn meine Milch schoss bereits am nächsten Tag ein.

Am Tag nach der Geburt wurde der Katheter gezogen und ich sollte zum ersten Mal wieder wieder laufen. 

Was für Schmerzen das waren. Als würde ein Messer in meinen Bauch gerammt werden. Immer wieder. 

Nach 3 Tagen bat ich um meine Entlassung. Die Geburtsstation war so überfüllt, 3 Betten auf 2-Betten-Zimmer und 6 Frauen mussten sich eine Toilette und eine Dusche teilen. In der Nacht ackerte eine einzige Nachtschwester und eilte von Zimmer zu Zimmer. In der Nacht von O.’s Geburt hatte die Schwester 8 frische Kaiserschnitt zu betreuen und 4 weitere „Neumütter“. Neben den anderen Müttern und ihren Neugeborenen. 

Zuhause konnte ich deutlich besser entspannen und ankommen. Nach ca. 3 Wochen war ich endlich schmerzfrei und nach 6 Wochen entschied ich mich wieder Handball spielen zu gehen. Nach 8 Wochen hatte ich bereits mein erstes (so nicht geplantes) Spiel für die 1. Damen in der Verbandsliga. 

Den Geburtsbericht von E. könnt ihr hier nachlesen.

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1 Kommentar zu „Geburtsbericht von O.

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